"Das schlimmste wenn ich am Morgen aufstehe", sagt sie "ist, wenn ich in meine Hose steigen muss. Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Habe ich zugenommen? Sitzt die Hose enger? Gestern saß die am Oberschenkel doch noch anders."
"Aber eigentlich geht das Ganze ja schon viel früher am Morgen los. Ich stehe auf und der erste Gedanke richtet sich nach wie vor an mein Gewicht, was darf ich heute essen und wie viel? Dann gehe ich ins Bad, hoffe inständig dass ich gut auf die Toilette kann, presse und massiere meinen Bauch um eventuell noch ein bisschen was raus zu bringen."
Nachdenklich schaut sie auf die flackernde Kerzenflamme und fährt fort. "Tja und dann kommt die Stunde der Wahrheit. Hose aus, Jacke aus, Shirt aus, Socken aus und dann stelle ich mich auf das eiskalte Glasding, was täglich über meine Stimmung, Gefühle und Gedanken bestimmt. Das ist eine Art Ritual, ohne diese Prozedur kann ich keinen Tag beginnen und sollte an einem Morgen mal wider erwartend was anders laufen ist die Konzentration für den Rest des Tages nicht mehr gegeben."
Sie atmet schwer aus, schaut hoch und schmunzelt "Wenn ich das hier so erzähle, dann kommt es mir so unglaublich vor, so abstrakt und dennoch ist es die Wahrheit. Das bestimmt mein Leben. Als nächstes steht dann das Frühstück an. Bei der Uhrzeit kann ich mal toleranter sein und mal weniger. Wenn weniger, dann muss aber alles auf den Punkt passieren. Ich bereite mein geplantes Essen zu und wenn es nur drei Minuten vor acht ist sitze ich eben so lange vor der Mahlzeit bis es Punkt acht Uhr ist. Dann erst nehme ich meinen Löffel in die Hand, trinke einen Schluck und mache den ersten Bissen. Ich esse genau eine halbe Stunde. Ich achte darauf den letzten Bissen genau eine Minute vor halb zu mir zu nehmen. Ich weiß nicht, das gibt mir irgendwie Sicherheit. Dann ist diese Hürde geschafft, ich räume ab und begehe den Tag." "Alles ist geplant", erzählt sie weiter. "Ich bin aber was die Lebensmittelauswahl angeht schon wesentlich weiter. Ich esse schon vieles was ich früher niemals gegessen hätte. Darauf bin ich ein bisschen stolz und das gibt mir das Gefühl nicht ganz so anders zu sein. Diese Krankheit fesselt mich eben. Ich sehe so viel Faszination in ihr, eine Lebensaufgabe, ein Motivatior das Bett jeden Tag aufs neue zu verlassen und dennoch ist es der Tod auf Raten. Ich kann nicht sagen wie lange Körper und Psyche noch mitmachen, aber man kann genauso gut vom Auto erfasst werden, also mache ich mir darüber keine Gedanken."
Sie starrt auf die Kerze, pustet sie sanft aus...
Dunkelheit.
Ciao Schönheit,
AntwortenLöschenWenn die Geschichte nicht so traurig wäre, würde ich sagen, dass sie perfekt ist.
Denn genau so und nicht anders sieht mein Morgen aus. Obwohl ich es auf 7 verschiebe und mir davor schon was zu trinken erlaube.
Ich vermute, dass so dein tag beginnt, korrigiere mich, falls dem nicht so ist.
Ich hoffe es geht dir bald besser :*
Liebe knuddelne Grüße Amissa ❤
Ciao Somnia ❤,
AntwortenLöschenBitte :3
Ja, die Zeiten sind so.. Unberechenbar, würde ich mal sagen. Und die Endung der Mahlzeit ist bei mir immer anders.
Ja, bitte C:
Ich gucke schon die ganze Zeit, ob da was Neues ist ^^'
Mache ich bzw ich versuche es.
Kein Hungern, keine Form der Selbstverletzung, nichts, nada. Ich glaube, dass kriege ich hin.
Ach Liebes, Das tut mir so unendlich leid, obwohl ich natürlich nichts damit zu tun habe :/ 😦
Und mit der Zunahme tue ich mich auch schwer, manchmal sind es zwei Schritte nach vorne, einen zurück. Oder einen nach Ferne und zwei zurück. Das variiert. Aber niemals unter 52
Ich wünsche dir alles Liebe und nur das Beste, damit es dir schnell wieder gut geht!
Liebe knuddelne Grüße Amissa ❤