Montag, 25. Januar 2016

Vom Leben zerstört

Es dürfte nicht in der Natur des Menschen liegen,
dass wir uns die Klinge ins eigene Fleisch treiben
oder uns des Essens entziehen.
Wie kann es also sein, dass dies einen plötzlichen Wandel vollzieht
und aus der Negativität der Dinge etwas positives für einen selbst wird?
Es ist dann also ein Wohlgefühl den brennenden und stechenden Schmerz
der Wunde zu spüren und das laufende Blut zu sehen.
Gleichermaßen eben dieses Wohlgefühl wenn sich der Magen vor Hunger zusammenzieht,
er sticht und piekst und einem das die Endorphine in den Körper schießen lässt.
Wie kann es sein, dass aus der natürlichen Vorsicht zum Eigenschutz, dieser Selbsthass entsteht und man das eigentlich Gute nicht mehr als gut empfindet, weil es einen nicht mehr spüren lässt.
Erst die Abnormalität des Herbeisehnens und Zufügens von Schmerz in jeglicher Form dient mir als Beweis meiner tatsächlichen Existenz.
Vorher weiß ich es, ganz rational, doch danach spüre ich es auch.

Ich trinke zu viel Kaffee.
Ich bin so kaputt.

Aufmerksamkeit.
Nähe.
Ich wische mir unsicher meinen Pony aus dem Gesicht, meine Hände zittern ganz leicht.
Der Bund meiner Hose scheuert auf den Wunden meiner Hüftknochen.
Das Leben hat mich zerstört.
Jedes Wort klingt nach widerlichem Selbstmitleid einer Frau vorangeschrittenen Alters,
die es nicht gelernt hat positiv in die Zukunft zu blicken und die dann eine von diesen nörgelnden Omis und Opis wird, die im Bus sitzt und über die schlimme Jugend schimpft.
Widerliches Ertrinken in negativen Gedanken.
Ich bin allerdings erst Anfang 20 und fange jetzt schon damit an.
Ich bin so kaputt.
Ich mag Melancholie.
Sie schmunzelt:
"Das Leben trifft irgendwann jeden, Liebes."
So sitzen wir da, auf der kalten Steintreppe, 
in schaue in mein Glas, 
sie zieht lässig an ihrer Zigarette und pustet den Qualm in den Nachthimmel, 
ich setze das Glas an und nehme einen kräftigen Schluck.
Cheers.


Lauri <3

2 Kommentare:

  1. Der Satz in Rot erinnert mich an "Schlechter Tag" von Trailerpark.

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  2. Hey lauri,

    vielen Dank für deinen Kommi, ich hab mich echt gefreut über das was du geschrieben hast!
    Die Sache, alle 2-3 Stunden etwas zu essen ist keine schlechte Idee und funktioniert bestimmt... nur leider bin ich für sowas nicht diszipliniert genug. Klingt komisch o.O
    Aber ich denke ich werde es irgendwann mal ausprobieren :)

    Ich knuddel dich durch!

    und ich liebe die Stelle mit der Steintreppe: Die hat echt Ausstrahlung!!! Wow
    .. ich meine cheers ;)

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