Dienstag, 19. Januar 2016

Winter wie immer

Es ist wieder einer der Tage an denen ich spazieren gehe.
Ich laufe los, gehe einfach so lange wie mich meine Füße tragen.
Ich gehe durch die Kälte des Morgens, mein Atem trritt nach jedem Schritt wolkenartig aus und bleibt hinter mir zurück.
Manchmal blicke ich nach oben zu den Baumspitzen, sie glänzen durch die Kälte, die der nahende Winter mit sich bringt.
Ich beobachte den, unter meinen Füßen vorbeiziehenden Gehweg.
Ab und zu klickert ein Steinchen vor mir her, der mit meinem Schuh in Berührung gekommen sein muss.
Ich sehe den vorbeifahrenden Autos hinterher, schaue aber niemals einem Menschen in die Augen.
Ihre Blicke würden wie Pfeile in mein Herz eindringen.
Diese Leere, diese Kälte!
Der eiskalte Wind kriecht unter meine Kleidung, ein Schauer läuft mir über den Rücken.
Die Kälte zwiebelt in meinen Ohren.
Schmerz!
Macht nichts, welcher Schmerz kann wohl größer sein als der, über den Verlust geliebter Menschen?!
Auf einer Brücke bleibe ich stehen, sie scheint unter meinen Füßen zu wackeln, doch sie tut es nicht.
Ich lehne am Geländer und sehe nach unten.
In der Ferne erspähe ich einen Ast, der vom Strom des Wassers herangetrieben wird.
Er kommt näher und näher und schwimmt schließlich unter mir hinweg.
Ein kurzer Moment.
Man wird wahrgenommen.
Ich komme an, bin kurz da, bin weg und vergessen aus den Köpfen der Menschheit.
Langsam ist die Kälte auch in meinen Zehen zu spüren.
Ich löse meinen Blick vom Wasser, nehme eine Hand vom Geländer weg, dann die andere.
Ich setze meinen Weg fort.
Ich kam, verweilte ein wenig, ging weg.
Vergessen!

Lauri <3

1 Kommentar:

  1. Das hattest du schon einmal gepostet, oder?

    Geht es dir wieder so?...

    Drück' dich!

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