Hallo ihr Lieben,
viele von euch wissen, dass ich eine Angststörung habe, doch die wenigsten können sich darunter etwas vorstellen.
Oft schon durfte ich mir Sätze wie:"Stell' dich nicht so an.", "In dem Alter hast du noch Angst?", "Mach' es doch einfach." usw. anhören...dazu sage ich jetzt mal nichts.
Worin besteht der Unterschied zwischen Angst und Angststörung?
- Eine normale Angst ist von Geburt an im Menschen und soll uns vor gewissen Situationen schützen.
- Eine normale Angst bezieht sich in der Regel auf konkrete Situationen (Flugangst, Zahnarztangst...)
- Normal ängstliche Menschen finden Ängste nicht angenehm, können sich aber selbst beruhigen und die Angst besiegen.
Eine Angststörung oder auch krankhafte Angst äußert sich z.B. in:
- konkreten UND unspezifischen Ängsten (ich habe praktisch eine Dauerangst in mir, bin so gut wie NIE entspannt (kann man meinem Stressprotokoll entnehmen und neben den üblichen Angstsymptomen bin ich extrem schreckhaft)
- Panikattacken, die widerum heftige körperliche Reaktionen mit sich ziehen (Zittern, Schwindelgefühle, Ohnmacht, bis hin zum Herzinfarkt) --> erlebe ich so, zum Glück noch ohne Ohnmacht
- Generalisierten Ängsten, die schleichend ein ungutes Gefühl in mir aufkommen lassen und einen Druck in der Magengegend auslösen --> erlebe ich auch so
- Die generalisierte Angst führt auch zur Isolation --> Standard
Angststörungen und Depressionen hängen oft zusammen.
Angststörungen können durch die unterschiedlichsten Situationen ausgelöst werden (z.B. extreme Krankheitsangst, aufgrund dessen ich ja ständig beim Arzt hocke, deswegen auch meine Somatisierungsstörung, ist aber ein anderes Thema).
Ich war schon immer ängstlicher als andere Menschen in meinem Alter. Schon als Kind hatte ich starke Ängste.
Heute führt diese Störung zu oben genanntem. Ich ziehe mich zurück, kann VIELE, VIELE Situationen nicht wahrnehmen/ machen/ bestreiten/ genießen, weil die Ängste mich abhalten, ich verspüre die Angst körperlich sehr stark, teilweise hängen sie auch mit meinem Haarausfall zusammen.
Situationen die andere mit einem kleinen Ruck erledigen können, kosten mich nicht nur Überwindung, sondern auch viele Suizidgedanken, Selbstverletzungen und Wut- und Tränenausbrüche.
Bis ich das zweite Mal in die Klinik kam, war es mir nicht mehr möglich ohne meine Mutter zum Arzt zu gehen (mit 20! Jahren^^).
Sie musste mit in das Sprechzimmer rein, musste mich fast zu den Terminen zerren und hätte sie das nicht gemacht, wäre ich zur Alternative von der Brücke gesprungen, ich stand schon drauf.
Die Angst vor Krankheiten und Arztterminen ist für mich (momentan) am größten und heute habe ich es geschafft, den x mal verschobenen Zahnarzttermin WAHRZUNEHMEN. ALLEINE!
Das war ein enormer Kraftakt, schon die letzten Wochen, besonders die letzten Tage und von heute will ich gar nicht sprechen.
Außerdem habe ich noch eine Angst überwunden und die Wattestäbchen (Stammzellenspende) befeuchtet, die Einverständniserklärung ausgefüllt...jetzt muss ich nur noch den Schritt schaffen und den Brief einwerfen (ja, für euch ein Ding von 2 Sekunden, für mich ein halber Nervenzusammenbruch, noch Fragen?!)
Was das essen angeht: ich nehme langsam ab, ganz langsam, aber das ist egal, Hauptsache ich nehme ab.
Passt auf euch auf.
Lauri <3
dem kann ich nichts mehr hinzufügen! :) wir armen geplagten menschen ^^ <3
AntwortenLöschenDanke für deinen Kommentar <3
AntwortenLöschenDass ein Studium Spaß machen muss, denke ich auch, nur ich frage mich, aus welchem Grund genau ich wahrscheinlich keinen Spaß an meinem Jetzigen haben werde. Ist es nur, weil ich mich nicht konzentrieren kann und deshalb nichts raffe? In der Schule machen Fächer, die man nicht kann, ja auch keinen Spaß. :/
Dass die Angst unglaublich belastend ist, kann ich mir vorstellen. Cool, dass du heute beim Zahnarzt warst. Wie sieht eigentlich die Therapie von Angststörungen aus?
Liebe Grüße <3
Yay, herzlichen Glückwunsch zum absolvierten Zahnarzttermin!
AntwortenLöschenIch wünsch dir das Beste :)
Hey,
AntwortenLöschensuper, dass du dich überwunden hast! Finde ich gut.
Ich erkenne mich in einigen der Dinge, die du beschreibst wieder, auch wenn ich nie eine Angststörung diagnostiziert bekam. Arztbesuche,Termine mit Dozenten, Sachbearbeitern oder dem Prüfungsamt (also alles, was "offiziell" ist) machen mir Angst, ebenso soziale Situationen wie zB Treffen in der Gruppe und/oder Treffen wenn jemand dabei ist, den ich nicht kenne, oder das Referate halten oder Gruppenarbeiten in der Uni.
Ich kann vieles gut verstehen, das du schilderst. Auch Panikattacken hatte ich schon.
Ich finds super, dass du dich bemühst, dich auch mal zu überwinden und dich einer Angst zu stellen!
Alles Liebe <3
Kathi
Ich hab ja schon eine Therapeutin seit einem Jahr und sie ist wirklich toll und hat mir auch schon in vielen Dingen sehr geholfen :)
LöschenEs lässt sich halt nicht alles von jetzt auf gleich ändern, was sich über Jahre eingeschlichen hat... aber es wird! Man darf eben einfach nicht aufgeben und muss stets versuchen, weiter zu kämpfen und sich auch von Rückschlägen nicht gleich entmutigen lassen.
Alles Liebe <3
Oooh, wie gut ich das nachvollziehen kann. Vor allem ist damit nicht zu spaßen.
AntwortenLöschenMeine Angststörung bezieht sich größtenteils auf Schuld und - ich weiß nicht, wie ich's nennen soll x.x - halt - keine Ahnung, Dinge eigenständig machen. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich Segeln war, ohne Segellehrer im Boot, und ich so eine heftige Angstattacke bekam dass ich am Ende schreiend und um mich tretend im Boot lag und einfach nur dachte, ich müsste sterben. Und dieser See war 1,60 tief. Wenn man sich das so vorstellt, so paradox wie das ist, viele können sich das einfach nicht vorstellen. Grade Termine wahrnehmen, einkaufen, nur bei Mcces essen besellen war ne Qual, ich kann dich da so gut verstehen. Aber wie man sieht, kann es man es aufarbeiten. :) Ich bin stolz auf dich! <3
Melody
Meine Mutter hat diese auch. Kann daher einges gut verstehen, so gut man das eben als Nicht Betroffene überhaupt kann. Ich finde es aber unglaublich stark, dass du dich deinen Ängsten stellst, hier so offen darüber schreibst und erklärst und immer wieder so mutig kämpfst. Jeder noch so kleine Schritt nach vorne ist wichtig und gut und du solltes stolz darauf sein.
AntwortenLöschenHab tausend Dank für deine lieben und ermutigenden Worte :) <3
LöschenDas glaube ich dir. Mit unspezifischen Ängsten umzugehen ist ja auch nochmal ganz anders als wenn man weiß, um was es überhaupt geht. :/
AntwortenLöschenIch bin mir sicher, dass sie das kann. :) Du schaffst das schon <3
Mittlerweile mache ich gar keine Therapie mehr (Ob das kontraproduktiv ist oder nicht lassen wir mal außen vor :$) seitdem ich aus dem betreuten Wohnen raus bin. Ich glaube deshalb, weil ich keine neue Therapeutin wollte weil ich sonst viele alte Geschichten wieder aufreißen müsste damit sie erstmal weiß woran ich bin und auch wegen der DIS und dem ganzen Hin und her bis alles gesagt ist... 5 Jahre vergangenheit zu erklären ist verdammt viel. :/. Aber im Moment geht es mir auch relativ gut. Zumindest die Angststörung und meine Emotional instabile Persönlichkeitsstörung machen grade kaum Stress, wahrscheinlich weil das Leben bei meinen Großeltern deutlich entspannter ist als in einer therapeutischen WG mit ganz vielem Jugendlichen und ihren Problemen. Aber sollte sich das eines Tages ändern, werde ich wieder mit Therapie beginnen, auch, wenn der wieder-Einstieg hart wird. Naja. Solange es so bleibt wie jetzt, ist es okay. :)
Und dir weiterhin viel Glück in der Therapie und in der Überwindung mit deinen Ängsten. <3
Ich denke mal dass ist ganz und gar abhängig davon wie groß die Problematik ist, und wie gut man auch mit der Therapeutin/dem Therapeuten klar kommt. Alle Therapeuten, die ich vor der WG hatte, waren auch totaler Müll xd und haben NIX gebracht ^^
AntwortenLöschenJa, es ist einfach sehr viel und ich glaube dass es nicht grade positiv ist, nochmal so viel vergangenes und auch schon verarbeitetes nochmal hervorzuholen, auch ganz allgemein auf psychisch instabile Menschen bezogen.. ist dann vielleicht sogar besser, man lässt es sein, wenn es nicht wirklich anders geht ohne Therapie.
Und danke dir. <3
Das stimmt, vorallem, auch wenn es kleine Schritte sind, am Ende, nach einiger Zeit wird man merken, es hat dann doch etwas gebracht. :)
Ich finde dass du das sehr gut erklärt hast. Natürlich sind bbej jeden die Ängste andere und auch die Reaktionen, aber bei ein paar deiner Punkte kann ich total mitfühlen. :/ <3
AntwortenLöschenDanke, für die Motivation mich damit auseinander zu setzen. Ich habe auch über legt mir das aufzuschreiben. <3
LöschenEs freut mich dass es dich weiter gebracht hat. Der beste Psychologe ist doch manchmal man selbst. ;)