Mittwoch, 10. Juni 2020

Essstörung Update

Hallo meine Lieben,

nachdem ich nun viel über meine beruflichen Zustände berichtet habe, ist nun die Essstörung mal wieder an der Reihe.
Sie ist immer noch da, inzwischen begleitet sie mich seit gut 12 Jahren.
Immer wieder hat sie ein anderes Gesicht gezeigt, sich aufgebäumt, meinen Körper,
aber vor allem meine Psyche und mein Körpergefühl zerstört.
Auch heute ist sie noch Begleiterin meines Lebens, aber sie ist ruhiger.
Es gibt keinen Tag mehr, an dem ich gar nichts esse, Tage mit mehr Kalorien müssen nicht mehr durch Fastentage ausgeglichen werden.
Die Waage habe ich seit nem halben Jahr (!) nicht mehr betreten.
Ich nehme nur noch meine Umfänge.
Was sich aber auch nicht verändert hat ist die Gewichtsstagnation.
Ich bin WIEDER an dem Punkt, wo ich mit regelmäßigem Sport und konsequent wenig Kalorien nicht abnehme. Durch den Sport werden Fresstage zum Glück automatisch kompensiert und schlagen nicht mehr so zu Buche wie sonst ohne Sport.
Mein Wunsch weiterhin abzunehmen und dünner zu werden ist nach wie vor so stark, ABER dieser Wunsch muss mit meinem restlichen Leben vereinbar sein. Also schaue ich, dass ich an Tagen, wo ich viel Konzentration brauche, genügend esse.
Fearfoods gibt es fast gar nicht mehr.
Da ich seit letztem Jahr gut 5 Kilo abgenommen habe (im Januar stand ich einmal auf der Waage und sie Umfänge haben sich seitdem nicht groß verändert), fühle ich mich dennoch wohler.
Ich liebe es, wenn meine Hosen schlabbern und meine Rippen zu sehen sind.
Ich habe auch Kommentare bekommen, dass ich abgenommen hätte und das tut so gut.
Da ich immer wieder Magenprobleme habe, ging mir der Gewichtsverlust leicht von der Hand.
Jetzt aber, wo ich kaum noch Stress habe und mein Magen aktuell wieder gut ist, esse ich wieder mehr und ich merke, dass die Unruhe in mir steigt und die Panik wieder zuzunehmen.
Aber in der Zeit nach den Kliniken habe ich gelernt radikal den Ist-Zustand zu akzeptieren.
Heißt, auch mit 10kg mehr, habe ich gegessen und mit aller Kraft gegen die inneren Gedanken angekämpft.
Leider ist mein Körpergefühl mies.
Ich trage nur ungern sehr kurze oder enge Kleidung, ich vermeide es schwimmen zu gehen und auch sonst mag ich meinen Körper nicht gern zeigen.
Ich hab auch ein riesen Problem mit meinen Titten (ich hab Körbchengröße AA, also das Kleinste was es gibt), ich hätte am liebsten gar keine.
Versteht mich nicht falsch.
Ich bin zufrieden mit meinem Geschlecht, ich würde für kein Geld der Welt tauschen wollen.
Gott hat mich als Mädchen geschaffen und das bin ich gerne (Rosa, Kleidchen und so *grins*), aber Titten, die find ich lästig.
Ich hatte schon öfter den Wunsch sie mir abnehmen zu lassen. Ich wüsste nicht, wie man sie sonst los werden könnte.
Sorry für die Details, aber ich denke, hier kann ich offen schreiben ;)

In Therapie bin ich nicht mehr. Meiner Psychiaterin und meinem Hausarzt ist meine Essstörung egal. Also hänge ich ziemlich in der Luft was das angeht, aber das bin ich ja schon gewohnt^^.

Lauri <3

3 Kommentare:

  1. Hallo Lauri,
    es tut mir leid, dass du die ES nicht loswerden kannst. Gerade die Gedanken begleiten einen ja noch viel zu lang. Aber sei stolz, dass das mit dem nicht- wiegen so gut klappt. Und ich denke, es zwingt dich keiner dazu, enge Kleidung zu tragen, oder? Ich habs an den meisten Tagen auch lieber oversized und kann meinen Körper seither besser (er)tragen.
    Und schön, dass du darauf achtest, zu essen, wenn du die Energie brauchst. Das ist doch ein Fortschritt.
    Gibt es gute Gründe dafür, noch ein kleines Bisschen mehr für Freiheit zu kämpfen? Oder gibt dir die ES noch den Halt, den du brauchst? Was gibt dir noch halt, hilft dir? Ich glaube, es wäre gut, das präsent zu haben, dass du weißt, dass die Krankheit nicht die einzige Stütze ist?

    Liebe Grüße,
    Neva

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  2. Ich kann das alles so gut nachvollziehen. Mich freut es auch immer noch, wenn ich unbeabsichtigt Gewicht verliere, dabei versuche ich so sehr, meinen Körper und mich zu akzeptieren. Diese Gedanken machen es einem nicht leicht.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft!
    Ganz liebe Grüße

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  3. Danke für dein liebes Kommentar ♥
    Ja bei uns ist irgendwie immer sehr viel los, vor allem innerlich ^^' Es ist immer turbulent in unserem Leben.

    Es tut mir echt leid, dass du in deiner Essstörung so gefangen bist. Ich hoffe, du findest da einen Weg raus.

    Alles Gute ♥

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