Wahnsinn, die Zeit verrinnt, sie läuft machtlos zwischen meinen Fingern
hindurch.
So vieles ist in diesem Jahr passiert und dennoch versuche ich mit diesem Text, den ich letztes Jahr auch am 22. veröffentlicht habe, so viel Normalität für mich in diese Zeit zu bringen wie es nur geht.
Es ist kurz vor Weihnachten.
Die Menschen schieben ihren Wohlstandsbauch- und Einkaufswagen vor sich her,
aus den Lautsprechern der Supermärkte dudelt die altbekannte Weihnachtsmusik und jedes Jahr aufs Neue kaufen die Menschen ein, als gäbe es kein Morgen mehr und am Ende der Feiertage bleibt so viel übrig, dass man davon noch mindestens zwei Dörfer der dritten Welt verköstigen könnte oder zumindest mal die Obdachlosen unserer Stadt.
Die Menschen schieben ihren Wohlstandsbauch - und Einkaufswagen vor sich her, so zwei Tage vor Heiligabend und versuchen die, über die Jahre eingeübten und meist bewährten Rituale, krampfhaft einzuhalten, ganz egal ob es dieses Jahr passt oder nicht, den Sinn außen vor gelassen, Rituale geben eben Sicherheit.
Auch ohne Bewegung geht das dritte Stück Stollen rein, mal ganz abgesehen von der Gans und den Klößen und der Cremesuppe als Vorspeise.
Typisch wird einige Tage vor dem Fest der Weihnachtsbaum gekauft und jedes Jahr gleich geschmückt, mit hässlichen, unechten Lichterkettenkerzen, kitschig bemalten Kugeln und Strohsternen, die das Bild also nun ganz verunstalten.
Schließlich, um die Scheußlichkeit abzurunden, nimmt der Plastikweihnachtsmann an der Balkonwand Platz und bedeckt damit höchstens einen Teil der verblichenen Fassade.
Nun gut, Schönheit liegt im Auge des Betrachters.
Neben all der "gemütlichen" Deko, der "besinnlichen" Weihnachtsmusik und dem fettigen Essen vergisst die Menschheit eins komplett: Den wahren Sinn und die wahre Bedeutung von Weihnachten.
Was ist da noch mal passiert, also aus christlicher Sicht?
Ein Engel kam vom Himmel, oder wurde Jesus da gekreuzigt?
Maria lief übers Wasser und die heiligen drei Könige verirrten sich in der Wüste, weil die Sonne so blendete?
Traurig, dass den Menschen in einem christlichen Abendland jeglicher Stress um Essen, wovon wir ja alle zu wenig haben^^, Geschenke und sinnlose Dekoration auf dem Dach wichtiger ist, als die wahre Bedeutung von Weihnachten.
Wir betreiben das komplette Gegenteil dessen, was damals in Bethlehem geschah.
Ruhe kehrte ein. Finstere, kalte Nacht wars und ein Pärchen lief umher und suchte nach einer Unterkunft und zu allem Übel war die Frau auch noch höchst schwanger und bekam noch in der Nacht ein kleines Kind.
Statt Festessen gab es vielleicht ein bisschen Viehfutter.
Statt festlicher Deko leuchtete lediglich ein heller Stern.
Statt komischer Weihnachtsmusik erklang ein Engelschor.
Statt Weihnachtsmann vor der Tür wurde ein kleines, unbeholfenes Kind geboren, welches den Namen Jesus tragen durfte und bis heute Geschichte geschrieben hat.
Lebendige Geschichte. In meinem Herzen.
Ich brauche kein Festessen, keine Geschenke oder Massen an Deko um ein Weihnachtsfeeling zu bekommen.
Ich bin dankbar für die Geburt des Babys im Stall und die Erfahrungen die ich mit ihm machen durfte.
Und so klinke ich mich aus, aus diesem Trubel und lasse Frieden in meinem Herzen einkehren. Gemeinsam sitzen wir als Familie zusammen und wer nicht weiß wo oder mit wem er feiern soll, der ist bei uns herzlich Willkommen. Das läuft bei uns schon immer so und dann rundet der Gottesdienst das Bild ab.
Doch die Menschen schieben weiter ihren Wohlstandsbauch - und Einkaufswagen vor sich her...
Fröhliche Weihnachten.
Lauri <3
Hey,
AntwortenLöschenich bin zwar nicht gläubig, aber ich verstehe genau, was du meinst. Ich finde es auch ganz schrecklich, was mittlerweile aus Weihnachten gemacht wird. In meiner Kindheit waren für mich nicht mal die Geschenke das Wichtigste, sondern dass wir alle beisammen sitzen und reden können. Unsere Familie ist sehr weiträumig verteilt, deswegen war es schön, wenn mal alle beisammen waren. Damals waren wir auch oft in der Kirche zu Heiligabend, weil ich in der Orfgruppe unserer Gemeinde war und wir dann unseren Auftritt hatten. Meine Eltern waren nicht streng gläubig und ich bin nicht christlich erzogen worden, aber ich fand die Stimmung sehr schön.
Das, was ich heutzutage mitbekomme, handelt nur noch von Konsum. Viel zu überteuerte Weihnachtsgeschenke, dieser ganze Deko-Hype... verstehe ich nicht. Ich finde es etwas schade, was aus dieser eigentlich besinnlichen Zeit geworden ist. Stress, Hektik, Konsum, das große Fressen. Manchmal würde ich die Zeit gern zurückdrehen.
Ich wünsche dir auch eine frohe Weihnachtszeit :)
Es kommt mir vor, als wäre es erst letzte Woche gewesen, dass ich diesen Text bei dir gelesen habe. Verrückt, wie die Zeit vergeht...ich wünsche dir schöne Weihnachten und ein paar erholsame, besinnliche Feiertage mit den Liebsten. Alles Gute, Nadja . <3
AntwortenLöschenWie wahr.... -.-
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